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Infoabend zu G8/G9 am Gymkro

Am 27.11.2017 bot der SEB des Gymnasium Kronshagen einen kleinen Infoabend an zur Thematik G8/G9. Da das vor allem die Grundschul-Eltern interessieren wird, hier ein paar meiner Notizen ohne Anspruch auf Vollständigkeit und Korrektheit. Die Veranstaltung war für eine Stunde angesetzt. Direktor Dose stellte in wenigen Minuten verständlich und informativ die wichtigsten Fakten zur Situation dar. Zudem wurde eine Gegenüberstellung der Vorteile beider Systeme vorgestellt. Der Rest der Zeit wurde für Fragen und Diskussion genutzt.

Hier nun also die wichtigsten Fakten:

Alle Kinder, die heute schon in der 5. Klasse sind, bleiben G8

Die Ansage vom Land ist hier unmissverständlich. Das ruht vor allem daher, dass befürchtet werden muss, dass Eltern klagen, wenn ihr Kind auf G9 umgestellt würde, obwohl sie es in einer G8-Schule angemeldet hatten. Diesen Klagen würde vermutlich stattgegeben werden müssen (Bestandsschutz).

Sonderfälle sind hierbei allerdings Kinder, die die 5. Klasse wiederholen müssen. Die müssten zwangsläufig auf G9 umsteigen, wenn die Schule G9 wird. Hier würden Einzelgespräche geführt.

Schulen, die den G9-Weg gehen, sind auch zum Schuljahr 2018/19 noch G8-Schulen, werden dann aber im darauffolgenden Jahr G9-Schulen. Das ist wohl mehr Formalismus.

Der Weg zur Entscheidung gegen G9

Alle Schulen, die nichts unternehmen, werden automatisch G9-Schulen. G9 ist also der vom Land gewollte „Standard“.

Um sich gegen G9 zu entscheiden, muss folgendes passieren:

  1. Mindestens ein Drittel der Mitglieder der Schulkonferenz (also mind. 12 von 36 am Gymkro) müssen für die Einberufung einer Schulkonferenz zur Abstimmung gegen G9 stimmen.
  2. In der Schulkonferenz müssen mindestens 75% der Mitglieder (also mind. 27 am Gymkro) gegen G9 stimmen.
  3. Bei Entscheidung gegen G9 beantragt die Schule dann den Verbleib im G8-System beim Bildungsministerium.

Diese Entscheidung ist dann endgültig. Schulen können sich einmalig dagegen entscheiden.

Die Schulkonferenz setzt sich je zu einem Drittel aus Lehrern, Eltern und Schülern zusammen. Die 75-Prozent-Hürde wird damit begründet, dass man Stimmen von jeder Fraktion haben möchte, wenn es zu einer Abstimmung gegen G9 kommt. Bei einer einfachen Mehrheit könnten sich bspw. Eltern und Lehrer zusammentun und die Schüler überstimmen. Die Abstimmung der Mitglieder erfolgt einzelnd; es besteht kein Fraktionszwang.

Wird eine Schulkonferenz beantragt, darf diese erst nach dem Gesetzesbeschluss des Landes erfolgen, der für Dezember geplant ist. Die Schulkonferenz muss aber vor dem Anmeldezeitraum für das nächste Schuljahr erfolgen, da Eltern Gewissheit brauchen, auf welche Schule sie ihr Kind anmelden. Somit müsste eine solche Schulkonferenz wohl im Januar 2018 abgehalten werden.

Damit überhaupt etwas passiert, muss diese Schulkonferenz aber erstmal beantragt werden. Es müssen sich für das Gymkro also mindestes zwölf Mitglieder der Schulkonferenz finden, die einen solchen Antrag vorbringen. Ansonsten passiert nichts und das Gymkro wird automatisch G9.

Ich muss gestehen, das war mir neu, einigen anderen vermutlich auch. Die anschließenden Diskussionen ließen erkennen, dass sich einige eine eindeutige Abstimmung wünschten, die die Entscheidung dokumentiert. Das wird aber so nicht passieren, wie SEB-Vorsitzende Dr. Jessica Bokelmann deutlich machte. Es müsste sich eine G8-Lobby dafür stark machen. Diese sei derzeit nicht zu erkennen. Meinungsumfragen gäben einen klaren Trend zu G9. Auch die nicht-repäsentative Abstimmung des Infoabends war recht eindeutig: 32 für G9, acht für G8, acht Enthaltungen.

Für mich ok. Vieles spricht für G9.

Wie gut, dass jemand aufpasst

Liebe Eltern! Da wäre es doch fast dazu gekommen, dass eine Schule entscheidet, den Unterricht am letzten Schultag vor den Sommerferien bereits nach der vierten Stunde – also schon um 11:25 – zu beenden. Aber wie gut, dass es die untere Schulaufsicht gibt. Ohne diese wertvolle Einrichtung hätten unsere Kinder diese letzte Unterrichtsstunde vor den Sommerferien verpasst. So können die Zöglinge noch 45 Minuten in voller Aufmerksamkeit Unterricht erhalten. Auch wenn die Leistungen nicht mehr in die Zeugnisse eingehen, weiß das Schulamt doch, dass wir nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen, und so sei auch diese Stunde ein Beitrag zur verlässlichen Zusage unseres Bildungssystems in die Zukunft unserer Kinder. Aber nein, ich korrgiere: eine „anderweitige schulische Veranstaltung“ ist auch möglich – je nach pädagogischem Ermessen halt. Dennoch. Wie gut, dass hier jemand aufpasst. Da weiß man doch als Steuerzahler, dass alles mit rechten Dingen zugeht.

 

Schulrat Berg: Herr Ziervogel wird definitiv nicht Schulleiter der Grundschule Kronshagen

Die SEB-Vorsitzenden der beiden Grundschulen hatten heute ein Gespräch mit Schulrat Berg, in dem er das letzte Fünkchen Hoffnung, das manche noch hatten, endgültig ausgelöscht hat: „Herr Ziervogel wird nicht Schulleiter der neuen Grundschule Kronshagen – auf keinen Fall.“

Dennoch hofft Herr Berg auf konstruktive Mitarbeit der Elternschaft. Klar, wo man auch wirklich in gar keinem Punkt auf die Elternschaft eingegangen ist, ist das ja auch ein verständliche Erwartungshaltung. Reality Distortion Field.

Wie sieht also die Zukunft aus? Mit dieser Aussicht würde ich mich in Herrn Ziervogels Schuhen so schnell wie möglich wegbewerben. Es ist also nicht unwahrscheinlich, dass wir bereits ab kommenden Schuljahr ohne Schulleitung sind. In jedem Fall werden ein Herr Ziervogel und auch eine Frau Wichelmann wenig Motivation in die Konzeptgestaltung für eine Grundschule legen, in der sie später nicht tätig sind. Die Gemeinde Kronshagen hat mit der Fusions-Entscheidung ihre Schulleiter verspielt. Daran rüttelt auch nicht der peinliche Flyer von CDU und FsK, den man in den letzten Tagen im Briefkasten fand und der lediglich dazu gut war, alte Wunden wieder aufzureißen.

Ein neuer Rektor wird nur schwer zu finden sein; viele Grundschulen in Schleswig-Holstein sind unbesetzt. Wenn dieser dann kommt, darf er vorraussichtlich mit einem Konzept starten, an dem er selbst nicht mitgewirkt hat. Glanzleistung würde ich sagen.

Entscheidungsmatrix für die Schulwahl

Der Anmeldezeitraum für die Viertklässler zur weiterführenden Schule läuft. Die meisten werden Ihre Entscheidung bereits gefunden haben. Wer noch hadert, für den habe ich folgende Excel-Entscheidungsmatrix entworfen (Anleitung anbei):

FormatDateinameGröße

xlsx
Vorlage_entscheidungsmatrix-mit-kriterienwichtung28.5k

Wie trifft man wichtige Entscheidungen?

  1. Man stellt Kriterien auf, nach denen man entscheidet.
  2. Idealerweise legt man für jedes Kriterium fest, wie man bewertet.
  3. Man identifiziert mögliche Optionen.
  4. Man analysiert die Erfüllung der Kriterien für jede Option und kommt zu einer Bewertung.

Am Ende stellt sich über die gewählte Bewertungsmethode ein Sieger ein. Auf diese Weise kann man auch später noch nachvollziehen, warum man eine Entscheidung getroffen hat. Manchmal hilft es aber auch, sich selbst klar zu machen, was einem eigentlich wichtig ist.

Welche Kriterien lassen sich für eine Schulwahl aufführen?

Etwa

  • Schulweg
  • Freunde
  • Unterrichtskonzept
  • Zusatzangebote
  • Gebäude und Ausstattung
  • Ausrichtung und Profile

Weitere sind bestimmt denkbar. Die Entscheidungsmatrix erlaubt im ersten Blatt, die aufgestellten Kriterien gegeneinander zu wichten. Bei meiner Wichtung wöge bspw. der Schulweg weit mehr als die anderen Kriterien; das mag aber anderen unwichtiger sein.

Im zweiten Blatt des Excel-Sheets werden dann die in Frage kommenden Schulen aufgelistet und jeweils mit Punkten von 0 bis 4 bewertet. Probiert’s aus!

Welche weiterführende Schule für mein Kind?

Für unsere Viertklässler steht nun die große Wahl an: Welche Schule wird es sein ab Sommer?

Während sich früher diese Frage gar nicht stellte – man ging an die nächste Schule am Ort – gibt es heute im Rahmen der freien Schulwahl einen wahren Wettstreit der weiterführenden Schulen, die in Infoabenden versuchen, für ihre Schule zu werben.

Das Bildungsministerium hat zu dem Thema eine Broschüre herausgebracht Welche Schule für mein Kind?, wo die wichtigsten Details erklärt sind.

Schulformen

Zunächst mal besteht die Wahl zwischen Gemeinschaftsschule und Gymnasium. An den Gemeinschaftsschulen lassen sich grundsätzlich alle Schulabschlüsse erreichen, also

  • Erster allgemeinbildender Schulabschluss (ESA) nach 9. Klasse, früher Haupschulabschluss
  • Mittlerer Schulabschluss (MSA) nach 10. Klasse, früher Realschulabschluss
  • Fachhochschulreife
  • Allgemeine Hochschulreife (Abitur)

Die andere weiterführende Schulform ab Klassenstufe 5 in Schleswig-Holstein ist das Gymnasium. Das Gymnasium endet mit der Allgemeinen Hochschulreife, dem Abitur.

Nicht alle Gemeinschaftsschulen bieten den Weg bis zum Abitur. Wenn sie es tun, ist dies in neun Schuljahren zu erreichen (G9), während die meisten Gymnasien in nur acht Jahren durchlaufen werden (G8).

Der Weg zur weiterführenden Schule

Beratungsgespräch mit Klassenlehrer

Bis zum 24. Februar sollte ein verpflichtende Einzelberatung geführt werden auf Grundlage des speziell erstellten Entwicklungsberichtes (der neben dem Zeugnis meist mehr oder weniger nutzlos ist). Letztes Jahr waren die Lehrer noch angehalten, keine Empfehlung auszusprechen; das Gespräch war damit irgendwie sinnfrei. Dieser Unsinn wurde wieder aufgehoben, so dass man nun die Einschätzung des Klassenlehrers erfahren kann, welche Schule für das Kind geeignet sei.

Informationsveranstaltungen an den Schulen

Von Ende Januar ebenfalls bis zum 24. Februar bieten die Schulen Informationsveranstaltungen an, um Schüler und Eltern zu informieren über Konzepte, Schwerpunkte, Arbeitsweisen und Besonderheiten der Schulen. Auch eine persönliche Beratung ist möglich.

Anmeldung

Vom 27. Februar bis 8. März müssen Eltern ihr Kind an der weiterführenden Schule anmelden. Für die Anmeldung wird benötigt

  • eine Kopie der Geburtsurkunde des Kindes
  • eine Kopie des Entwicklungsberichts (Ankreuzzeugnis speziell für den Schulwechsel)
  • eine Kopie des letzten Zeugnisses (Halbjahreszeugnis der vierten Klasse)
  • ggf. ein Lernplan, falls dieser von der Grundschule erstellt wurde
  • Anmeldeschein der Schule (meist auf der Website zu finden)

Info über Aufnahme

Spätestens bis zum 16. März versenden die Schulen die Aufnahmebescheide.

 

KN: Initiative will bei Grundschul-Fusion mitreden

Die Kieler Nachrichten haben nach einem Interview mit Yvonne einen sehr guten Artikel veröffentlicht, der die Stimmung nach Dienstag zusammenfasst:

http://www.kn-online.de/News/Nachrichten-aus-Rendsburg/Initiative-will-bei-Grundschul-Fusion-in-Kronshagen-mitreden

„Die Gemeinde hat sich für die Zusammenlegung ausgesprochen und damit den eigentlichen Fusions-Prozess aus der eigenen Hand an das Bildungsministerium abgegeben“, heißt es dort.

Trotz allem: „Wir hoffen, dass uns die Entscheidungsträger dort eine Chance geben, uns konstruktiv an den Gesprächen und Prozessen zu beteiligen“, so Schneider, die für diese Gespräche ihre Bereitschaft signalisierte. „Wir wollen bei der Gestaltung des Prozesses noch immer mit ins Boot.“

Schulfusion 2018 beschlossen

Herr Carstensen leitet die heutige Sitzung der Gemeindevertretung, sichtlich um Höflichkeit und Ordnung bemüht. Tatsächlich geht es recht sachlich zu. Keiner klatscht. Keiner buht. Tatsächlich werden zum ersten Mal Argumente in einer gemeinsamen Runde vorgetragen. Vergebens, wie sich später zeigen soll. Nagut, leichter Tumult als Frau Touminen-Flath meint, warum man immer alle einbeziehen müsse, das BGS-Kollegium sei ihnen Expertise genug.

Stefan Laser und Yvonne Schneider als Vertreter des Bürgerbegehrens gegen eine Schulfusion zum nächsten Sommer verlesen ihre Statements. Für zwei kleine Schulen. Sehen nicht, dass die Fusion alternativlos ist. Keine Analyse. Keine Kommunikation. Kein gemeinsamer Veränderungsprozess.

Robert Schall erkennt den Kern der 2.000 Unterschriften: „Es reicht nicht, eine Jahreszahl zu streichen und durch eine andere zu ersetzen. Es geht nicht nur um Zuhören, sondern auch um Verstehen.“ Frau Lintfoot (CDU) hätte nachgedacht und rechnet ein Beispiel der DAZ-Verteilung; ihre Mathematik wird später widerlegt.

Frau Grätsch (UKW) bringt den entscheidenden Vorschlag, einen Mediator zu bestellen, der die Diskussion führt. Eine Fusion 2018/19 lässt sich im Sommer immer noch beschließen. Yvonne Schneider bekräftigt: „Wenn Sie der Überzeugung sind, dass Ihre Lösung die richtige ist, dann überzeugen Sie uns doch!“ CDU mag Angst haben, nicht überzeugen zu können. CDU überzeugt nicht. CDU beschließt nach drei Stunden Diskussion Schulfusion zum Sommer 2018/19.

Es wurde auf Antrag von Frau Lintfoot namentlich abgestimmt. Die folgenden Gemeindevertreter verantworten die Schulfusion:

  • Thomas Kahle (CDU)
  • Bernd Carstensen (CDU)
  • Frauke Graupner (CDU)
  • Daniel Kiewitz (CDU)
  • Andrea Lintfoot (CDU)
  • Helmut Mahrt (CDU)
  • Carola Schnoor (CDU)
  • Friederike Schulze (CDU)
  • Ingeborg Tewes (CDU)
  • Marja-Leena Tuominen-Flath (FsK)
  • Eicke Paysen (FsK)
  • Marion Clausen (FsK)
  • Ulrike Khuen-Rauter (Bündnis 90/ Die Grünen)

Mit diesen 13 Ja-Stimmen, einer Enthaltung und neun Nein-Stimmen, ist die Schulfusion zum Sommer 2018/19 beschlossen. Zudem wurde beschlossen, dass der Fusionsprozess durch Kollegien und Eltern sowie professioneller Leitung begleitet wird. Der Antrag, einen Mediator vor der Fusion zu bestellen, wurde entsprechend abgelehnt.

Change Management beschäftigt sich mit dem Verändern von Strukturen, Abläufen oder gar Werten. Change Management dreht sich immer um Menschen. Viele Verännderungen schlagen fehl, weil grundlegende Prinzipien nicht beherzigt wurden. Ein Erfolgsfaktor ist die Schaffung eines legitimierten Status Quo, einer Ausgangssituation, die alle Beteiligten nachvollziehen können. Nur so lässt sich der gemeinsame Weg beschreiben hin zu einer legitimierten Vision, der zweite Erfolgsfaktor erfolgreicher Veränderungen. Wir sind hier weit weg von einem gemeinsamen Status Quo, das haben nicht nur die drei Stunden Diskussion heute in der Gemeindevertretungssitzung gezeigt.

Durch das erfolgreiche Bürgerbegehren und den dadurch erreichten Zeitgewinn hätte eine Mediation mit einer ergebnisoffenen Analyse stattfinden können. Die Entscheidung zu einer Fusion hätte auch noch im Sommer getroffen werden können. Es ging heute einzig und allein um Gesichtsverlust. Das ist nicht nur schade, das ist bestürzend.

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