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Schulrat Berg: Herr Ziervogel wird definitiv nicht Schulleiter der Grundschule Kronshagen

Die SEB-Vorsitzenden der beiden Grundschulen hatten heute ein Gespräch mit Schulrat Berg, in dem er das letzte Fünkchen Hoffnung, das manche noch hatten, endgültig ausgelöscht hat: „Herr Ziervogel wird nicht Schulleiter der neuen Grundschule Kronshagen – auf keinen Fall.“

Dennoch hofft Herr Berg auf konstruktive Mitarbeit der Elternschaft. Klar, wo man auch wirklich in gar keinem Punkt auf die Elternschaft eingegangen ist, ist das ja auch ein verständliche Erwartungshaltung. Reality Distortion Field.

Wie sieht also die Zukunft aus? Mit dieser Aussicht würde ich mich in Herrn Ziervogels Schuhen so schnell wie möglich wegbewerben. Es ist also nicht unwahrscheinlich, dass wir bereits ab kommenden Schuljahr ohne Schulleitung sind. In jedem Fall werden ein Herr Ziervogel und auch eine Frau Wichelmann wenig Motivation in die Konzeptgestaltung für eine Grundschule legen, in der sie später nicht tätig sind. Die Gemeinde Kronshagen hat mit der Fusions-Entscheidung ihre Schulleiter verspielt. Daran rüttelt auch nicht der peinliche Flyer von CDU und FsK, den man in den letzten Tagen im Briefkasten fand und der lediglich dazu gut war, alte Wunden wieder aufzureißen.

Ein neuer Rektor wird nur schwer zu finden sein; viele Grundschulen in Schleswig-Holstein sind unbesetzt. Wenn dieser dann kommt, darf er vorraussichtlich mit einem Konzept starten, an dem er selbst nicht mitgewirkt hat. Glanzleistung würde ich sagen.

Entscheidungsmatrix für die Schulwahl

Der Anmeldezeitraum für die Viertklässler zur weiterführenden Schule läuft. Die meisten werden Ihre Entscheidung bereits gefunden haben. Wer noch hadert, für den habe ich folgende Excel-Entscheidungsmatrix entworfen (Anleitung anbei):

FormatDateinameGröße

xlsx
Vorlage_entscheidungsmatrix-mit-kriterienwichtung28.5k

Wie trifft man wichtige Entscheidungen?

  1. Man stellt Kriterien auf, nach denen man entscheidet.
  2. Idealerweise legt man für jedes Kriterium fest, wie man bewertet.
  3. Man identifiziert mögliche Optionen.
  4. Man analysiert die Erfüllung der Kriterien für jede Option und kommt zu einer Bewertung.

Am Ende stellt sich über die gewählte Bewertungsmethode ein Sieger ein. Auf diese Weise kann man auch später noch nachvollziehen, warum man eine Entscheidung getroffen hat. Manchmal hilft es aber auch, sich selbst klar zu machen, was einem eigentlich wichtig ist.

Welche Kriterien lassen sich für eine Schulwahl aufführen?

Etwa

  • Schulweg
  • Freunde
  • Unterrichtskonzept
  • Zusatzangebote
  • Gebäude und Ausstattung
  • Ausrichtung und Profile

Weitere sind bestimmt denkbar. Die Entscheidungsmatrix erlaubt im ersten Blatt, die aufgestellten Kriterien gegeneinander zu wichten. Bei meiner Wichtung wöge bspw. der Schulweg weit mehr als die anderen Kriterien; das mag aber anderen unwichtiger sein.

Im zweiten Blatt des Excel-Sheets werden dann die in Frage kommenden Schulen aufgelistet und jeweils mit Punkten von 0 bis 4 bewertet. Probiert’s aus!

Welche weiterführende Schule für mein Kind?

Für unsere Viertklässler steht nun die große Wahl an: Welche Schule wird es sein ab Sommer?

Während sich früher diese Frage gar nicht stellte – man ging an die nächste Schule am Ort – gibt es heute im Rahmen der freien Schulwahl einen wahren Wettstreit der weiterführenden Schulen, die in Infoabenden versuchen, für ihre Schule zu werben.

Das Bildungsministerium hat zu dem Thema eine Broschüre herausgebracht Welche Schule für mein Kind?, wo die wichtigsten Details erklärt sind.

Schulformen

Zunächst mal besteht die Wahl zwischen Gemeinschaftsschule und Gymnasium. An den Gemeinschaftsschulen lassen sich grundsätzlich alle Schulabschlüsse erreichen, also

  • Erster allgemeinbildender Schulabschluss (ESA) nach 9. Klasse, früher Haupschulabschluss
  • Mittlerer Schulabschluss (MSA) nach 10. Klasse, früher Realschulabschluss
  • Fachhochschulreife
  • Allgemeine Hochschulreife (Abitur)

Die andere weiterführende Schulform ab Klassenstufe 5 in Schleswig-Holstein ist das Gymnasium. Das Gymnasium endet mit der Allgemeinen Hochschulreife, dem Abitur.

Nicht alle Gemeinschaftsschulen bieten den Weg bis zum Abitur. Wenn sie es tun, ist dies in neun Schuljahren zu erreichen (G9), während die meisten Gymnasien in nur acht Jahren durchlaufen werden (G8).

Der Weg zur weiterführenden Schule

Beratungsgespräch mit Klassenlehrer

Bis zum 24. Februar sollte ein verpflichtende Einzelberatung geführt werden auf Grundlage des speziell erstellten Entwicklungsberichtes (der neben dem Zeugnis meist mehr oder weniger nutzlos ist). Letztes Jahr waren die Lehrer noch angehalten, keine Empfehlung auszusprechen; das Gespräch war damit irgendwie sinnfrei. Dieser Unsinn wurde wieder aufgehoben, so dass man nun die Einschätzung des Klassenlehrers erfahren kann, welche Schule für das Kind geeignet sei.

Informationsveranstaltungen an den Schulen

Von Ende Januar ebenfalls bis zum 24. Februar bieten die Schulen Informationsveranstaltungen an, um Schüler und Eltern zu informieren über Konzepte, Schwerpunkte, Arbeitsweisen und Besonderheiten der Schulen. Auch eine persönliche Beratung ist möglich.

Anmeldung

Vom 27. Februar bis 8. März müssen Eltern ihr Kind an der weiterführenden Schule anmelden. Für die Anmeldung wird benötigt

  • eine Kopie der Geburtsurkunde des Kindes
  • eine Kopie des Entwicklungsberichts (Ankreuzzeugnis speziell für den Schulwechsel)
  • eine Kopie des letzten Zeugnisses (Halbjahreszeugnis der vierten Klasse)
  • ggf. ein Lernplan, falls dieser von der Grundschule erstellt wurde
  • Anmeldeschein der Schule (meist auf der Website zu finden)

Info über Aufnahme

Spätestens bis zum 16. März versenden die Schulen die Aufnahmebescheide.

 

KN: Initiative will bei Grundschul-Fusion mitreden

Die Kieler Nachrichten haben nach einem Interview mit Yvonne einen sehr guten Artikel veröffentlicht, der die Stimmung nach Dienstag zusammenfasst:

http://www.kn-online.de/News/Nachrichten-aus-Rendsburg/Initiative-will-bei-Grundschul-Fusion-in-Kronshagen-mitreden

„Die Gemeinde hat sich für die Zusammenlegung ausgesprochen und damit den eigentlichen Fusions-Prozess aus der eigenen Hand an das Bildungsministerium abgegeben“, heißt es dort.

Trotz allem: „Wir hoffen, dass uns die Entscheidungsträger dort eine Chance geben, uns konstruktiv an den Gesprächen und Prozessen zu beteiligen“, so Schneider, die für diese Gespräche ihre Bereitschaft signalisierte. „Wir wollen bei der Gestaltung des Prozesses noch immer mit ins Boot.“

Schulfusion 2018 beschlossen

Herr Carstensen leitet die heutige Sitzung der Gemeindevertretung, sichtlich um Höflichkeit und Ordnung bemüht. Tatsächlich geht es recht sachlich zu. Keiner klatscht. Keiner buht. Tatsächlich werden zum ersten Mal Argumente in einer gemeinsamen Runde vorgetragen. Vergebens, wie sich später zeigen soll. Nagut, leichter Tumult als Frau Touminen-Flath meint, warum man immer alle einbeziehen müsse, das BGS-Kollegium sei ihnen Expertise genug.

Stefan Laser und Yvonne Schneider als Vertreter des Bürgerbegehrens gegen eine Schulfusion zum nächsten Sommer verlesen ihre Statements. Für zwei kleine Schulen. Sehen nicht, dass die Fusion alternativlos ist. Keine Analyse. Keine Kommunikation. Kein gemeinsamer Veränderungsprozess.

Robert Schall erkennt den Kern der 2.000 Unterschriften: „Es reicht nicht, eine Jahreszahl zu streichen und durch eine andere zu ersetzen. Es geht nicht nur um Zuhören, sondern auch um Verstehen.“ Frau Lintfoot (CDU) hätte nachgedacht und rechnet ein Beispiel der DAZ-Verteilung; ihre Mathematik wird später widerlegt.

Frau Grätsch (UKW) bringt den entscheidenden Vorschlag, einen Mediator zu bestellen, der die Diskussion führt. Eine Fusion 2018/19 lässt sich im Sommer immer noch beschließen. Yvonne Schneider bekräftigt: „Wenn Sie der Überzeugung sind, dass Ihre Lösung die richtige ist, dann überzeugen Sie uns doch!“ CDU mag Angst haben, nicht überzeugen zu können. CDU überzeugt nicht. CDU beschließt nach drei Stunden Diskussion Schulfusion zum Sommer 2018/19.

Es wurde auf Antrag von Frau Lintfoot namentlich abgestimmt. Die folgenden Gemeindevertreter verantworten die Schulfusion:

  • Thomas Kahle (CDU)
  • Bernd Carstensen (CDU)
  • Frauke Graupner (CDU)
  • Daniel Kiewitz (CDU)
  • Andrea Lintfoot (CDU)
  • Helmut Mahrt (CDU)
  • Carola Schnoor (CDU)
  • Friederike Schulze (CDU)
  • Ingeborg Tewes (CDU)
  • Marja-Leena Tuominen-Flath (FsK)
  • Eicke Paysen (FsK)
  • Marion Clausen (FsK)
  • Ulrike Khuen-Rauter (Bündnis 90/ Die Grünen)

Mit diesen 13 Ja-Stimmen, einer Enthaltung und neun Nein-Stimmen, ist die Schulfusion zum Sommer 2018/19 beschlossen. Zudem wurde beschlossen, dass der Fusionsprozess durch Kollegien und Eltern sowie professioneller Leitung begleitet wird. Der Antrag, einen Mediator vor der Fusion zu bestellen, wurde entsprechend abgelehnt.

Change Management beschäftigt sich mit dem Verändern von Strukturen, Abläufen oder gar Werten. Change Management dreht sich immer um Menschen. Viele Verännderungen schlagen fehl, weil grundlegende Prinzipien nicht beherzigt wurden. Ein Erfolgsfaktor ist die Schaffung eines legitimierten Status Quo, einer Ausgangssituation, die alle Beteiligten nachvollziehen können. Nur so lässt sich der gemeinsame Weg beschreiben hin zu einer legitimierten Vision, der zweite Erfolgsfaktor erfolgreicher Veränderungen. Wir sind hier weit weg von einem gemeinsamen Status Quo, das haben nicht nur die drei Stunden Diskussion heute in der Gemeindevertretungssitzung gezeigt.

Durch das erfolgreiche Bürgerbegehren und den dadurch erreichten Zeitgewinn hätte eine Mediation mit einer ergebnisoffenen Analyse stattfinden können. Die Entscheidung zu einer Fusion hätte auch noch im Sommer getroffen werden können. Es ging heute einzig und allein um Gesichtsverlust. Das ist nicht nur schade, das ist bestürzend.

Kommunalaufsicht erklärt Zulässigkeit des Bürgerbegehrens

Die Kommunalaufsicht hat heute schriftlich Stellung genommen zum eingereichten Bürgerbegehren und dieses in allen Punkten für zulässig erklärt, vorbehaltlich allerdings einer abschließenden melderechtlichen Prüfung der Unterschriften.

Es wurden jedoch 2.138 Unterschriften abgegeben. Für die Gültigkeit ist ein Mindestquorum von nur 897 Unterschriften notwendig (9% der 9.956 Wahlberechtigten der letzten Gemeindewahl vom 26.05.2013).

Die Kommunalaufsicht begründet die Zulässigkeit der anderen Punkte vereinfacht zusammengefasst wie folgt:

  • Es ist zulässig, einen Bürgerentscheid zu beantragen für die Entscheidung, ob zwei benachbarte Schulen zusammengefasst werden oder nicht.
  • Das Bürgerbegehren muss bis zu drei Personen benennen, die berechtigt sind, die Unterzeichenden zu vertreten. Diese müssen auf jeder Unterschriftenliste genannt sein. „In den Antragslisten sind zwei Vertretungsberechtigte benannt und den Unterschriften vorangestellt.“
  • „Das Bürgerbegehren wurde am 16.01.2017 dem Bürgermeister der Gemeinde Kronshagen schriftlich übergeben.“
  • „Eine Kostenaufstellung der Gemeindeverwaltung Kronshagen ist auf den Antragslisten enthalten.“
  • „Die in dem Begehren genannte Fragestellung ist klar und eindeutig und deckt sich mit der in der Begründung des Bürgerbegehrens dargelegten Zielrichtung.“

Abschließend wird darauf hingewiesen, dass nach § 16 g Absatz 5 Satz 2 GO die Gemeindeorgane nach Feststellung der Zulässigkeit bis zur Durchführung des Bürgerentscheids keine dem Bürgerbegehren entgegenstehende Entscheidung treffen dürfen.

Nach einem Beschluss des Schleswig-Holsteinischen Verwaltungsgerichts vom 24.09.2013 – Az. 6 B 40/13 in einem gleichgelagerten Fall gelte dies auch schon, sobald die Entscheidung über das Bürgerbegehren unmittelbar bevorsteht und keine Anhaltspunkte für eine Unzulässigkeit des Bürgerbegehrens vorliegen. Also jetzt.

Somit kann die Gemeindevertretung am kommenden Dienstag nicht beschließen, die beiden Schulen zum kommenden Schuljahr zu fusionieren.

Pressemitteilung

Initiatoren des Bürgerbegehrens
Kronshagener Grundschulen

PRESSEMITTEILUNG vom 17.01.2017

Initiative für Kronshagener Grundschulen begrüßt Zusage der Kronshagener Politik, das Bürgervotum ernst zu nehmen –  Ziele gemeinsam verfolgen!

KRONSHAGEN. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens begrüßen ausdrücklich die Zusage der Kronshagener Politik, das deutliche Signal ihrer Bürger gegen eine übereilte Fusion beider Grundschulen ernst zu nehmen und keine voreiligen Entscheidungen zu treffen. Dahingehend hatte sich der Fraktionsvorsitzende der Kronshagener CDU, Thomas Kahle heute (17.1.) in den Kieler Nachrichten geäußert. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Gunnar Heintze, der diese Linie bereits vor dem Bürgervotum verfolgt hatte, betonte in den Kieler Nachrichten ebenfalls, das Bürgerbegehren sei „ein deutliches Mandat für die Politik“, woran sie sich orientieren solle.

Ziel der Initiatoren des Bürgerbegehrens ist es, eine für die Schülerinnen und Schüler beider Grundschulen gute Zukunftsperspektive zu finden, die in einer übereilten Fusion nicht gegeben ist. Gestern übergaben sie ein entsprechendes Bürgerbegehren an Bürgermeister Ingo Sander.

Zugleich machen die Initiatoren deutlich, dass das Interesse an einer gemeinsamen Lösung mit allen Beteiligten zum Wohle der Kinder die oberste Priorität hat. Mitinitiator Stefan Laser betont auch im Namen von Mitinitiatorin Yvonne Schneider in einem offenen Brief:

„Ich möchte heute alle Beteiligten aufrufen, sich gemeinsam, wohlwollend und ergebnisoffen zusammenzusetzen. Am zurückliegenden Wochenende hat sich gezeigt, dass doch die meisten gesprächsbereit sind und es viele zum Teil unbegründete Missverständnisse und Vorbehalte gibt, die es gilt, aus der Welt zu schaffen. Viele Telefonate wurden getätigt und viel E-Mails geschrieben und beantwortet. Von Seiten des SEB der EDS darf ich mitteilen, dass man sich hierauf berufend selbstkritisch hinterfragen und die Sachlage ggf. neu beurteilen wird. Wir gehen wieder aufeinander zu. Der erste Schritt ist getan. Ich freue mich sehr.“

Für mich scheint klar, dass alle Beteiligten sich gemeinsame Gespräche wünschen. Das ist seit langem ein wirklich schöner Lichtblick. Lassen Sie uns gemeinsam überlegen, wie wir nun vorgehen. In welchen verschiedenen Rahmen und Gruppen wir zueinanderfinden, um für alle Kinder und gleichwohl alle Eltern eine befriedigende Lösung finden. Auf allen Seiten wurden sicherlich Fehler begangen. Aber aus Fehlern kann man lernen und sie in Zukunft vermeiden.

Lassen Sie uns einander die Hand reichen und noch einmal von Vorne beginnen. Lassen Sie uns aus dieser Krise eine Chance machen! Wir haben jetzt die Möglichkeit, eine oder zwei innovative, attraktive und zukunftsweisende Schulkonzept/e zu entwickeln. Lassen Sie uns in Ruhe unsere Missstände analysieren und kreative, zielführende Lösungsansätze finden. Wir alle wollen auf unsere Schule/n stolz sein können. Wir müssen wieder Vorbild für unsere Kinder sein. Zeigen wir Ihnen, wie Demokratie gelebt und miteinander praktiziert wird. Zeigen wir Ihnen, dass man miteinander respektvoll streiten und gemeinsam eine Lösung für alle finden kann. Ich bin sehr optimistisch, dass wir dies zusammen hinbekommen.“

Pressemitteilung

Initiatoren des Bürgerbegehrens
Kronshagener Grundschulen

PRESSEMITTEILUNG vom 16.01.2017

Kronshagener Eltern sind für Bürgerentscheid über Zukunft beider Grundschulen

KRONSHAGEN. In nur fünf Tagen haben mehr als 2000 Kronshagenerinnen und Kronshagener ein Bürgerbegehren für einen Bürgerentscheid gegen eine unüberlegte und voreilige Turbofusion unterschrieben. Damit haben sich innerhalb kürzester Zeit klar mehr als die erforderlichen 9% aller stimmberechtigten Kronshagener für eine Abstimmung der Bürgerinnen und Bürger zu der Frage der Zukunft der Grundschulen ausgesprochen. Die Initiatoren übergeben das Begehren mit über 2.000 Unterschriften heute (16.01.2017) an Bürgermeister Ingo Sander.

„Das ist ein sehr deutliches Votum Kronshagener Eltern und Bürger gegen eine übereilte Zwangsfusion zum kommenden Schuljahr“, betont Mitinitiatorin des Begehrens Yvonne Schneider. „Wir erwarten nun, dass unsere Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertreter den Willen ihrer Bürger respektieren und nicht Beschlüsse fassen, die dem entgegen stehen“, so Schneider, die auch Elternvertreterin der Eichendorff-Schule ist.

Alle Unterzeichner des Begehrens haben mit ihrer Unterschrift beantragt, dass in dem zukünftigen Bürgerentscheid über folgende Frage entschieden wird: „Sind Sie gegen eine Fusion der Eichendorff-Schule und Brüder-Grimm-Schule zu einer großen Grundschule mit über 450 Kindern zum Schuljahr 2017/2018?“. Die Kronshagener CDU-Fraktion und die Fraktion soziales Kronshagen (FsK) hatten eine solche Turbofusion aufgrund der Beschwerde einzelner Eltern der Brüder-Grimm-Schule angestrebt, ohne dass ein Fusionskonzept oder überhaupt eine fundierte Problemanalyse vorläge. Inhalt der entsprechenden Eltern-Beschwerde war die mögliche Benachteiligung von Kindern der Brüder-Grimm-Schule aufgrund des dort höheren Anteils von Kindern, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Eine Zwangsfusion zum kommenden Schuljahr würde laut Aussagen des Bildungsministeriums zu keiner Änderung für die jetzt bestehenden Klassen der Brüder-Grimm-Schule führen.

Mögliche Alternativen zu einer Fusion für eine bessere Aufteilung der Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlicher Herkunft auf die beiden Grundschulen wurden bislang von CDU und FsK ignoriert: Ein Vorschlag der Elternvertretung der Eichendorff-Schule war bereits im Oktober 2016, das an der Brüder-Grimm-Schule befindliche DaZ-Zentrum (Deutsch als Zweitsprache-Zentrum) an die Eichendorff-Schule zu verlagern, um so eine bessere Aufteilung der Kinder unterschiedlicher Herkunft auf beide Schulen zu erreichen. Der offensichtliche Versuch einzelner, die jetzige Bürger-Abstimmung mit Unterstellungen gegen Eltern der Eichendorff-Schule über angebliche Vorbehalte gegenüber den „DaZ-Schülerinnen und Schüler“ medial zu beeinflussen, geht daher völlig ins Leere. Eine solche Unterstellung ist inakzeptabel, nicht sachgerecht und eine einseitige mediale Verbreitung zeugt nicht von Recherchetiefe.

Die Größe einer Einheits-Grundschule in Kronshagen sehen die Initiatoren des Begehrens kritisch – sie wäre eine der größten Grundschulen in Schleswig-Holstein: „Eine individuelle Förderung von Kindern kann eher in kleinen Schulen erreicht werden als in einer übereilt zusammengelegten Großschule. Wer eine planlose Zwangsfusion mit Erhöhung der Chancengleichheit verwechselt, ist von den Bedürfnissen der Kinder beider Schulen meilenweit entfernt!“, so Stefan Laser, Mitinitiator des Bürgerbegehrens. Zudem konterkariert eine schnelle Zwangsfusion die politisch eigentlich gewollte Schulvielfalt und freie Schulwahl, mit der Schulen auch durch unterschiedliche Konzepte und individuelles Engagement Eltern und Schüler überzeugen sollen.

Zu der am Wochenende getätigten Aussage von CDU und der FsK , dass Personen wie die Schulleitungen nicht relevant für die Entscheidungen der Gemeindevertreter seien, sei angemerkt: Für die Führung einer Schule im Sinne der Kinder sind die handelnden Personen der wichtigste und essentielle Faktor. Eine Schule lebt von dem Engagement der Menschen, die dort arbeiten und sich für die Kinder einsetzen. Das sind insbesondere die Schulleitung, die Lehrerinnen und Lehrer oder auch die Eltern (wie beispielsweise bei der Schulhofgestaltung). Es ist daher nicht nur völlig richtig, dass Eltern der Eichendorff-Schule das äußerst engagierte Team aus Schulleitung und Kollegium behalten wollen, sondern auch mehr als legitim. Wenn CDU und FsK das egal ist, zeugt das von einer völlig unangemessenen Wertschätzung als Schulträger gegenüber den Kollegien und Schulleitungen beider Schulen.

Die Initiatoren des Begehrens erwarten, dass CDU und FsK sich gemeinsam mit Bürgermeister Ingo Sander (CDU) endlich mit konkreten Maßnahmen zur Verbesserung der Situation an der Brüder-Grimm-Schule auseinandersetzt. Soweit bekannt, erfolgten seit der Thematisierung Anfang des jetzigen Schuljahrs weder Anträge auf Gewährung von zusätzlichen SchulsozialarbeiterInnen zur Unterstützung der Lehrerinnen und Lehrer an der Brüder-Grimm-Schule, noch Anträge oder Maßnahmen für bauliche Verbesserungen. Es ist ein Armutszeugnis, dass keine erkennbaren Schritte unternommen wurden, um das eigentliche Anliegen von Eltern der Brüder-Grimm-Schule, nämlich einer Verbesserung der Unterrichtssituation in den jetzigen Klassen, konstruktiv anzugehen. Hier ist rasches Handeln gefordert!

Über 2.000 Unterschriften für Bürgerbegehren gesammelt

In nur vier(!) Tagen haben über 2.000 Kronshagener das Bürgerbegehren gegen eine Schulfusion zum kommenden Schuljahr unterschrieben. Dies ist eine beachtliche Leistung und zeigt die Rückendeckung der Kronshagener. Vielen Dank für jeden einzelnen, der mit seiner Unterschrift unmissverständlich deutlich gemacht hat, dass in dieser Fragestellung die Bürger einbezogen werden müssen!

Das Team des Bürgerbegehrens bedankt sich ebenfalls bei all den zahlreichen Helfern, die bei eisigen Temperaturen Unterschriften gesammelt haben. Ihr habt Großartiges geleistet!

Die Unterschriften werden morgen an die Gemeinde übergeben, die in den folgenden Tagen prüfen wird, wieviele davon wirklich gültig sind. Für die Gültigkeit des Bürgerbegehrens brauchen wir Unterschriften von 9% von der wahlberechtigten Kronshagenern, also etwa 900. Die sollten dabei sein.

Kommentar zum heutigen Artikel in der SHZ

Bezug: http://www.shz.de/regionales/kiel/angst-vor-ghetto-schulen-zwei-schulen-zwei-welten-id15835521.html

Liebe Leser von eichis.de,

wir geben hiermit einen kurzen Kommentar zu dem heute erschienenen Artikel in der SHZ.

Seit Oktober 2016 haben sich Lehrer und Eltern der Eichendorff-Schule (EDS) öffentlich in diversen Schulausschusssitzungen und Gemeindevertretungs-Sitzungen dafür eingesetzt, dass das DaZ-Zentrum (Deutsch als Zweitsprache) an die EDS verlegt wird. Dieses DaZ-Zentrum besteht zu 100% aus Migranten.

Bereits bei der Gründung des DaZ-Zentrums hatte sich die EDS darum bemüht. Die Gemeindevertretung hat jedoch damit den sinkenden Anmeldezahlen an der Brüder-Grimm-Schule entgegenarbeiten wollen und die Situation stattdessen nur verschärft.

Viele der Eltern und Lehrer der EDS engagieren sich ehrenamtlich für Flüchtlinge.

Es sieht fast so aus, als sei dies der verzweifelte Versuch, ein Ziel notfalls auch mit Lügen und Falschaussagen zu erreichen.

Auch entspricht es nicht der Wahrheit, dass die EDS-Eltern sich gegen eine Zusammenlegung der Schulen stemmen. Jedoch benötigt eine solche Veränderung ein ganz anderes Zeitfenster, als es die aktuellen Befürworter propagieren. Dies wurde uns von zwei unabhängigen Experten bestätigt.


Nachtrag

Bei der Nachfrage bei der SHZ kam heraus, dass es purer Zufall sei, dass dieser Artikel heute erscheint. Die Journalisten wussten nichts von einem Bürgerbegehren. Die Online-Ausgabe wird hoffentlich inhaltlich geändert.

 

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